Was spricht generell für den Einsatz von BIO-Kunststoffen?

Fossile Ressourcen (z.B. Erdöl) sind begrenzt. Gegenwärtig fließen knapp 2 % des weltweiten Erdölverbrauchs in die Herstellung von Gebrauchsartikeln und Verpackungen aus Kunststoff. Auch wenn die Mengen sehr gering sind macht es Sinn, nicht-fossile Ausgangsstoffe für die Kunststoffverarbeitung einzusetzen. Biobasierte Kunststoffe werden auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt. Es wird unterschieden in biologisch abbaubare, kompostierbare und in die sogenannten „drop-in“ BIO-Kunststoffe.



Biologisch abbaubare Kunststoffe:

Materialien werden als biologisch abbaubar bezeichnet, wenn sie durch Mikroorganismen (z.B. Bakterien oder Pilze) nach und nach zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut werden. Wie lange es dauert, bis etwas biologisch abgebaut wird, hängt von den Umgebungsbedingungen und der Zeit ab. Die Basis für biologisch abbaubare Kunststoffe ist thermoplastische Stärke, die überwiegend aus Kartoffeln und Mais gewonnen wird, sowie Polyactide (PLA) auf Basis von Milchsäure.

Kompostierbare Kunststoffe:

Die Materialbasis für kompostierbare Kunststoffe ist identisch mit den biologisch abbaubaren Kunststoffen. Um ein Produkt als vollständig kompostierbar bezeichnen zu können, muss es alle Bedingungen der europäische Richtlinie DIN EN 13432 hinsichtlich Kompostierung erfüllen. Diese fordert, dass sich ein kompostierbares Produkt unter standardisierten Bedingungen innerhalb von 6 bis 12 Wochen zu mindestens 90 % abgebaut hat.

Biobasierte „drop-in“ Kunststoffe:

Drop-in-Biokunststoffe sind Kunststoffe deren chemische Struktur mit denen herkömmlicher Kunststoffe identisch ist. BIO-PE (Polyethylen) und BIO-PP (Polypropylen) gehören dazu. Die Grundbausteine dieser Biokunststoffe werden statt aus Erdöl aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Zuckerrohr) hergestellt. für die Weiterverarbeitung zu Endprodukten können die gleichen Maschinen und Verfahren genutzt werden wie für die fossilbasierten Pendants.

Warum wir biobasierte „drop-in“ Kunststoffe (Basis Zuckerrohr) einsetzen?

Für unsere Mehrwegartikel (z.B. Coffee to go Becher) werden „drop-in“ BIO-Kunststoffe eingesetzt. Diese sind im Vergleich zu den biologisch abbaubaren / kompostierbaren Kunststoffen spülmaschinengeeignet. Wir haben uns für die Zuckerrohrpflnze entschieden, aus der Ethanol gewonnen und deren Reste u.a. für die Gewinnung von erneuerbarer Energie eingesetzt wird. Der Zuckerrohranbau macht nur ca. 2,5 % von der gesamten agrarischen Anbauflche Brasiliens aus - das ist wenig im Vergleich zu Soja (9,6 %) oder den Weideflchen für Nutztiere (ca. 48 %). Bei der Verarbeitung des Zuckerrohrs fällt die sogenannte „Bagasse“ an, die u.a. zur Düngung der neuen Pflnzen eingesetzt wird. Eine Eutrophierung (Nährstoffanreicherung) der Gewässer und eine Übersäuerung der Böden findet nicht statt.

Wie hoch ist der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen?

Der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen liegt herstellungsbedingt – je nach Material – zwischen mindestens 33 % und 94 %.

Warum setzen wir kein Bambus ein?

Häufig wird Produkten aus Bambusfaser Melamin beigesetzt. Es handelt sich bei Melamin um ein Harz, bei dem sich bereits ab Temperaturen von 70 °C Formaldehyd herauslösen kann. Diese Substanz ist als krebserregend eingestuft.

Wie sieht die Zukunft von biobasierten Kunststoffen aus?

Wenn „drop-in“ Biokunststoffe in Europa zukünftig mehr nachgefragt werden, könnte sich deren Herstellung auf der Basis von heimischen Pflnzen (wie z.B. der Zuckerrübe), auch bei uns etablieren. Mit der Verwendung des Zuckerrohrs ist zumindest ein Anfang gemacht, der in die richtige Richtung weist.

Positive CO2 Bilanz?

Bei den biobasierten Kunststoffen ergeben sich vor allem bei der Herstellung und der Entsorgung Vorteile hinsichtlich der CO2-Bilanz im Vergleich zu den erdölbasierten Kunststoffen. Die Pflnzen nehmen während ihres Wachstums CO2 auf, welches sie dabei der Atmosphäre entziehen. Gleichzeitig schonen sie den Verbrauch fossiler Ressourcen. Bei der Entsorgung am Ende des Lebenszyklus wird nur das CO2 abgegeben, welches die Pflanzen beim Wachstum aufgenommen haben.

Wie sieht es mit der Produktsicherheit aus?

Unsere BIO-Kunststoffe sind lebensmittelkonform, frei von Schadstoffen, Phthalaten und BPA und somit für den direkten Lebensmittelkontakt gemäß EU-Verordnung 10/2011 geeignet.

Sind BIO-Kunststoffe recycelbar?

Unsere Artikel aus „drop-in“ Kunststoffen (Zuckerrohr) sind chemisch identisch mit den erdölbasierten und deshalb zu 100 % recycelbar. D.h. sie können über bereits bestehende etablierte Rücknahmesysteme in den Recyclingkreislauf einfließen.